Sozio-Med-Mobile für mehr Prävention und Lebensqualität in ländlichen Räumen!

Foto: DRK

Soziale Gerechtigkeit spielt in allen Gesellschaften weltweit eine wichtige Rolle. Dazu zählen auch möglichst ähnliche Lebensbedingungen, in großen wie in kleinen Städten und im ländlichen Raum. In all diesen Lebensräumen spielt die Gesundheitsversorgung eine sehr wichtige Rolle. Doch gerade hier existieren zwischen Stadt und Land mittlerweile deutschlandweit große Unterschiede: Wer in der Stadt wohnt, hat meist eine gute Auswahl an fachärztlichen Praxen. Auf dem Land sieht es oft schlechter aus: Geht Hausärztin/arzt in den Ruhestand, fehlt oft eine Nachfolge. Das hat viele Gründe, so gibt es wie in fast allen Berufen bei Mediziner*innen gleichfalls Fachkräftemangel. Ebenso fehlen des öfteren Sozial- und Gesundheitsdienstleister*innen wie z. B. Physiotherapeut*innen im ländlichen Umfeld.

In Wolfenbüttel hat das DRK für diese Versorgungslücken eine wirklich gute Lösung entwickelt: Das Sozio-Med-Mobil. Es startete 2017 für zwei Jahre mit Mitteln der EU und des Assefonds in der Samtgemeinde Elm-Asse als Projekt. Wegen der sehr guten Projektergebnisse und vielen zufriedenen Nutzer*innen wurde es in den Regelbetrieb überführt. Mit dem Sozio-Med-Mobil können seitdem altersunabhängig in ihrer Mobilität eingeschränkte Mitbürger*innen in das Gesundheitssystem eingebunden werden. Dafür ist keine Prüfung der Bedürftigkeit notwendig. Über das Internet können Fahrten gebucht werden. Manche Menschen haben aber aus verschiedenen Gründen keinen Internetzugang. Dafür wurde eine pragmatische Lösung gefunden: Ein „Kümmer*innensystem“. Dahinter stehen Mitbürger*innen, die über einen Internetzugang verfügen und ihn u. a. auch dafür nutzen, um für Nachbar*innen Fahrten mit dem Sozio-Med-Mobil zu buchen. Daher ist keine Telefonzentrale notwendig. Ein weiterer positiver Begleiteffekt besteht darin, dass die Dorfgemeinschaft noch mehr zusammenwächst.

Das DRK Wolfenbüttel setzte nach Projektende den Betrieb des Sozio-Med-Mobils fort, da die Nachfrage so groß ist. Meiner Ansicht nach ist es Aufgabe der Krankenkassen, Fahrdienste wie das Sozio-Med-Mobil mit Transportscheinen zu finanzieren. Damit wäre der Gesundheitserhaltung in hohem Maße gedient! Zur Prävention gehört außerdem, dass viele Patient*innen zu „ihrer“ Arztpraxis möchten, die sie teilweise seit Jahrzehnten aufsuchen. Wer sich gut aufgehoben fühlt, wird oft viel schneller wieder gesund!

Eine ganz wichtige Basis dafür ist der regelmäßige Besuch bei Ärzt*innen und Gesundheitsdienstleister*innen wie Physiotherapeut*innen. Diese so wichtigen Besuche müssten mit Sozio-Med-Mobilen nicht nur im ländlichen, sondern überdies im städtischen Raum angeboten werden. Denn in der Stadt bieten viele Ärzt*innen ebenfalls keine Hausbesuche mehr an. Als Bundestagsabgeordnete würde ich mich für Sozio-Med-Mobilen einsetzen, weil sie eine hervorragende Präventionsmaßnahme darstellen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Frau Katharina Hefenbrock ganz herzlich für ein Gespräch zum Thema Sozio-Med-Mobil bedanken!