Französische „Klimaschutzrevolution“

Vor 232 Jahren am 14. Juli 1789 begann die Französische Revolution mit dem Sturm auf die Bastille. Das war ein zentrales Ereignis in der Demokratiegeschichte.

In der Umweltgeschichte schreibt Frankreich im Juli 2021 mit der Schaffung des neuen Delikts „Ökozid“ ein weiteres historisch relevantes Kapitel: Vorsätzliche Umweltschäden nationalen Ausmaßes werden künftig strafrechtlich verfolgt: Wer wegen eines Ökozids verurteilt wird, muss mit bis zu zehn Jahren Gefängnis rechnen sowie mit Bußgeldern in Millionenhöhe.

Der Ökozid ist Teil eines 146 Punkte umfassenden Gesetzespakets, das auf Ideen und Vorschlägen eines „Klima-Bürgerrats“ beruht. Präsident Macron hatte ihn u. a. infolge der „Gelbwesten“-Protestaktionen einberufen.

Außerdem sieht das Gesetzespaket ein Verbot von Kurzstreckenflügen vor, sofern alternativ eine Zugverbindung von maximal zweieinhalb Stunden im Angebot ist. Französischen Umweltschutzverbänden und einigen Oppositionsparteien gehen die Regelungen allerdings nicht weit genug. Insgesamt gesehen sollen die genannten Gesetze dazu beitragen, dass Frankreich seine Treibhausgas-Emissionen bis 2030 deutlich senkt.

Kein Problem stellt aus französischer Sicht übrigens ein Veggie-Tag pro Woche in den Kantinen dar. In Deutschland hatte ein entsprechender Vorschlag der Grünen 2013 hingegen für Proteststürme gesorgt.

Wäre Deutschland heutzutage bereit für einen fleischlosen Kantinentag pro Woche?

Im Bundestag würde ich mich im Sinne des Umwelt- und Naturschutzes für ein Ökozid-Gesetz einsetzen.